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Auteur(s): Der Podcaster Bandi Koeck
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À propos de cet audio

Deine Geschichte bewegt: Geschichten verbinden uns, berühren unsere Herzen und schaffen unvergessliche Momente. Jeder von uns trägt eine einzigartige Geschichte in sich – vielleicht eine lustige Anekdote, eine bewegende Begegnung oder ein Erlebnis, das das Leben verändert hat. Hast du auch so eine besondere Geschichte, die du mit anderen teilen möchtest? Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, zum Lachen bringt oder einfach nur gut unterhält? Dann bist du bei uns genau richtig! Wir glauben fest daran, dass geteilte Geschichten doppelte Freude bereiten. Sie schaffen Verbindungen zwischenDer Podcaster Bandi Koeck Sciences sociales
Épisodes
  • Der Überlebende zweier Konzentrationslager - Ivan Lefkovits
    Jan 28 2026

    Ivan Lefkovits ist fast 90 Jahre alt. Ein Mann mit ruhiger Stimme, klarem Blick und einer Geschichte, die kaum auszuhalten ist – und gerade deshalb erzählt werden muss. Er gehört zu jener immer kleiner werdenden Gruppe von Menschen, die das Unvorstellbare überlebt haben. Nicht als Symbol, sondern als Mensch. Als Kind.

    Geboren 1937 in der damaligen Tschechoslowakei, wurde seine Kindheit jäh beendet, als er 1944 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder deportiert wurde. Ravensbrück, ein Lager primär für Frauen, ein Ort des Schreckens, folgte. Dort verlor er seinen Bruder und erzählt auf die Frage von Bandi Koeck - und nicht vor Schülern - wie genau sein sechs Jahre älterer Bruder qualvoll aus dem Leben schied. Später folgte der Todesmarsch bis zum Konzentraionslager Bergen-Belsen. Er überlebte diesen nur, weil ihn eine andere Frau auf dem Rücken trug. Hunger, Kälte, Entmenschlichung – und ein Durst, den er bis heute als schlimmer als alles andere beschreibt. Elf Tage lang kein Wasser nach der Befreiung, denn die SS-Wachen ließen alle Wasserleitungen explodieren, als sie vor den heranrückenden Alliierten flohen. Wer das hört, begreift, wie nah Leben und Tod beieinanderlagen.

    Und doch überlebten er und seine Mutter wie durch ein Wunder – als Einzige der gesamten Familie.

    „Meine Mutter hat mich in Ravensbrück sehr geschützt.
    Sie machte Extrakommandos für eine zusätzliche Portion Suppe, die sie mir dann gab. Ich habe Lesen und Schreiben, das ganze Einmaleins unter schlimmsten Umständen gelernt. Meine Mutter hat gesagt:
    ‹Das wirst du in deinem Leben noch brauchen.›
    Das war magisch. Das hiess, du wirst überleben.“

    Ivan Lefkovits

    Was Ivan Lefkovits von vielen unterscheidet, ist nicht nur seine Geschichte, sondern seine Haltung. Hass und Rache sind für ihn kein Thema. Nicht aus Vergessen, sondern aus bewusster Entscheidung. Er spricht nicht anklagend, sondern mahnend. Nicht laut, sondern eindringlich. Seine Mutter lenkte ihn im Lager mit Mathematikaufgaben ab – vielleicht der erste Keim für jenen Weg, den er später einschlagen sollte.

    Nach dem Krieg widmete er sein Leben ganz der Wissenschaft. Er wurde ein international anerkannter Immunologe, gründete in Bern ein weltbekanntes Institut, sprach bei der UNO und forschte an den Grundlagen des Lebens. Er wollte nicht auf seine Opferrolle reduziert werden. Erst spät begann er, über den Holocaust zu sprechen – bewusst getrennt von seiner wissenschaftlichen Arbeit. Heute weiss er: Das Erzählen ist notwendig.

    Wenn er vor Jugendlichen spricht, geschieht etwas Besonderes. Geschichte wird greifbar. Zahlen bekommen Gesichter. Leid bekommt eine Stimme. Und Hoffnung eine Form. Lefkovits appelliert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er fordert Achtsamkeit, Gespräch, Menschlichkeit. Er weiß, wie zerbrechlich Zivilisation ist.

    Sein Leben ist ein Beweis dafür, dass Überleben mehr sein kann als Weiterexistieren. Es kann Verantwortung bedeuten.

    Factbox: Prof. Ivan Lefkovits

    • Geboren: 1937 in Presov, Tschechoslowakei (heutige Slowakei)
    • Holocaust-Überlebender von Ravensbrück, Todesmarsch und Bergen-Belsen
    • Verlust fast der gesamten Familie, Überleben gemeinsam mit der Mutter
    • Renommierter Immunologe, Promotion in Molekularbiologie (arbeitete mit drei späteren Nobelpreisträgern zusammen)
    • Herausgeber des "Immunology Methods Manual", dem Standardwerk für Immunologie
    • Gründer eines international anerkannten Forschungsinstituts in Basel (Basler Institute)
    • Referent bei internationalen Organisationen, unter anderem bei der UNO
    • Setzt sich heute fuer Holocaust-Education und Dialog mit Jugendlichen ein


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    32 min
  • Die spendenfreudige Gastrolegende - Kristl Moosbrugger
    Jan 25 2026

    Wenn Kristl Moosbrugger über den Weißen Ring spricht, dann nicht mit Nostalgie, sondern mit wacher Freude. Mit 83 Jahren stand sie kürzlich auch beim 20-jährigen Jubiläum des legendären Rennens wieder am Start – eines Rennens über 22 Pistenkilometer, das wie kaum ein anderes für Lech am Arlberg steht. Für sie ist es selbstverständlich: Solange es geht, wird gefahren. Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Begeisterung für Bewegung, Berge und Gemeinschaft.

    Geboren in St. Anton am Arlberg, ist sie mit den Skiern aufgewachsen. Präparierte Pisten, Skischulen oder Sicherheitsnetze gab es damals nicht. Man fuhr einfach los, wild, frei, mit Respekt vor dem Berg. Diese frühe Prägung – Eigenverantwortung, Mut und Bodenhaftung – zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.

    Seit den 1960er-Jahren ist Kristl Moosbrugger untrennbar mit dem Hotel Gasthof Post in Lech verbunden. Die Gastronomie war für sie nie bloß ein Beruf, sondern Ausdruck von Persönlichkeit. Auf die Frage, ob sie diesen Weg noch einmal gehen würde, kommt die Antwort ohne Zögern: Ja. Weil es ihr Leben ist. Weil sie ein Mensch der Berge ist. Und weil echte Gastfreundschaft nur dort entsteht, wo jemand mit ganzem Herzen dahintersteht.

    Was sie von Anfang an ausgezeichnet hat, war Haltung. Diskretion gegenüber prominenten Gästen – ob europäische Königshäuser, Staatsmänner oder internationale Persönlichkeiten – war für sie selbstverständlich. Sie begegnete allen Menschen gleich: Mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Unterwürfigkeit. Legendär ist die Episode aus dem Jahr 1966, als sie hochschwanger bewusst keinen Hofknicks vor dem Schah von Persien machte. Nicht aus Provokation, sondern aus Selbstachtung.

    Gerade diese Natürlichkeit machte das Haus Post zu einem Ort, an dem sich auch royale Gäste als Menschen bewegen konnten. Skifahren, Jagen, Kegeln, gemeinsame Zeit – fern von Öffentlichkeit. Dass Lech durch die regelmäßige Präsenz des niederländischen Königshauses international bekannt wurde, war kein Marketingkonzept, sondern ein glücklicher Zufall, getragen von Vertrauen und Charakter.

    Kristl Moosbrugger blickt ohne Verklärung auf die Veränderungen der Branche und benennt diese im ausführlichen Gespräch mit Bandi Koeck konkret: "Früher blieben Gäste zwei Wochen, heute wenige Tage. Früher kam man mit 50 ins Grandhotel, heute reist ein junges, internationales Publikum an. Früher war formelle Kleidung am Abend selbstverständlich, heute ist sie die Ausnahme." Sie urteilt nicht hart, aber klar: Kultur zeigt sich auch im Umgang miteinander – und im Respekt vor dem Ort, den Menschen und der Arbeit, die dahintersteht. Auch dass ihr Sohn den "Krawattenzwang" in der Gaststube beendet hat, ist für sie etwas, dem sie mit einer anderen Haltung gegenübersteht.

    Sorgen bereiten ihr weniger modische Fragen als strukturelle: Fehlende Nachfolge in Familienbetrieben, steigende Immobilienpreise, der Verlust gewachsener Dorfstrukturen. Sie fürchtet eine Zukunft, in der Hotels nur noch von Konzernen geführt werden – funktional, aber seelenlos.

    Vielleicht am eindrücklichsten ist ihr soziales Engagement. Nicht als Beiwerk, sondern als zweites Lebenswerk. Ihr größtes Projekt führte sie nach Nepal. Aus einer zufälligen Begegnung entstand die Mitarbeit am Verein „Nepalimed“, der den Bau eines Krankenhauses ermöglichte – inklusive Krankenschwesternschule, Personalhäusern und einer der ersten biologischen Kläranlagen des Landes.

    Später folgten ein Waisenhaus, das sie bis heute unterstützt, und zahlreiche weitere Initiativen. Besonders stolz ist sie auf das neue Wirtschaftsgebäude des Wildparks Feldkirch (Kosten 2,2 Mio Euro), das ohne Kredit, allein durch Spenden von Land, Stadt und regionalen Betrieben realisiert wurde. Hinzu kommen regelmäßige Unterstützungen für Organisationen wie "CliniClowns", "Tischlein deck dich", "Stunde des Herzens" oder Einzelinitiativen.

    Auch mit 83 Jahren denkt Kristl Moosbrugger weiter. Sie wünscht sich Orte der Begegnung in Lech und die Bereitschaft, füreinander Zeit zu haben.


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    35 min
  • Der international Gesuchte - Alexander Wieser
    Jan 17 2026

    Zehn Monate Auslandseinsatz. So nennt Alexander Wieser heute eine Zeit, die ihn fast alles gekostet hätte: Freiheit, Familie, Selbstachtung – und beinahe auch die Zukunft. Was nach einem Business-Trip klingt, war in Wahrheit ein Interpol-Haftbefehl, vier Länder, eine Spezialeinheit und die harte Realität der Einzelhaft. Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein – gesucht, gefunden, eingesperrt.
    Er nennt es „Gitterbox“. Ein Wort, das klingt wie ein Parkplatz für Menschen, wie eine Endstation ohne Rückfahrkarte. Für Wieser war sie genau das – und zugleich der brutalste Wendepunkt seines Lebens.
    Geboren 1977 in Hard am Bodensee, aufgewachsen zwischen Autos, Motorengeräuschen und PS-Träumen, hatte Alex früh gelernt, wie man schraubt, repariert, schneller ist als andere. Doch irgendwann war Geschwindigkeit nicht mehr nur ein Hobby – sondern ein Lebensstil. Drei, vier Jobs reichten nicht mehr aus, um die selbstgebauten Probleme zu regulieren. Der „einfachste Weg“ wurde der falsche.
    Kleindelikte, Einbrüche, Raub, Juwelierüberfälle – „die komplette Palette“, wie er heute sagt. Und das auch noch schlecht organisiert. Einmal stand er im falschen Gebäude, im falschen Raum, während der Plan längst anders lautete. Verbrechen mit Slapstick-Charakter – bis es nicht mehr lustig war.
    Irgendwann redete jemand. In der Schweiz holte ihn die Spezialeinheit. Einzelhaft. Big Brother – live, ohne Bezahlung. „Es ist eine andere Welt“, sagt er. Eine Welt, in die er nie wieder zurück will - für kein Geld dieser Welt.
    Zehn Monate saß er – mit einem kurzen, bitteren Zwischenstopp draußen, ausgelöst durch einen Verfahrensfehler. Freiheit auf Zeit, nur um dann freiwillig zurückzugehen und die restlichen vier Monate abzusitzen. Für ihn schlimmer als die erste Inhaftierung.
    Seine Kinder sah er nicht. Aus Scham. Einmal durfte er seinen Sohn auf dem Parkplatz beobachten, während seine damalige Frau mit ihm spielte. Mehr Nähe erlaubte er sich nicht. Und als er zurückkam, war da plötzlich etwas, das vorher nie da war: Verlustangst. „Papa, du kommst heute Abend wieder heim, oder?“ – ein Satz, der tiefer schneidet als jede Gefängnistür.
    Wieser schrieb darüber ein Buch: „Zweite Chance verpasst“. Keine Heldenstory, sondern Aufarbeitung. Für ihn selbst. Zwei, drei Exemplare liegen bis heute in seiner Wohnung. Mahnmale. Koordinaten, damit er nie wieder die falsche Ausfahrt nimmt.
    99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Aber es gab auch Abwendung, Freundschaftsbrüche, Unverständnis – sogar aus der eigenen Familie. Trotzdem: Das Buch war notwendig. Nicht als Imagepolitur, sondern als seelischer Frühjahrsputz. Ein neues Buch liegt bereits in der Schublade und muss nur noch veröffentlicht werden.
    20, 25 Bewerbungen. Ehrlich geschrieben: „Ich komme aus dem Gefängnis, brauche eine zweite Chance.“ Die Antworten? Meist keine. Der krumme Weg wäre leichter gewesen – alte Kontakte, alte Muster. Doch Wieser brach radikal mit seiner Vergangenheit.
    Heute ist er Familienmensch, Unternehmer, Autofanatiker mit Herz und Speaker mit Haltung. Der gelernte KFZ-Mechaniker führt Mastercars Lackzentrum im Aargau: Lackiererei, Spenglerei, Verkauf und Vermietung – vom Polo bis zum Lamborghini, vom Smart bis zum G63. Sein Lieblingsauto? Ausgerechnet der Smart. Wegen des Wendekreises. Und weil Statussymbole für ihn längst ihren Glanz verloren haben.
    Als Mentaltrainer steht Wieser heute auf Bühnen, vor Jugendlichen, mehreren Schulklassen oder einer ganzen Schule, vor sogenannten „schwierigen Zielgruppen“. Er zieht die Hosen runter – im übertragenen Sinn – und erzählt von Unterführungen, von Nächten im Auto, von Momenten, in denen selbst das Auto weg war. Perspektivenwechsel statt Phrasen.
    Seine Botschaft ist unbequem ehrlich:
    Fehler darf man machen – aber manche lassen sich nicht mehr reparieren. Respekt ist keine Floskel, sondern Überlebensstrategie. Und Positivität bedeutet nicht, dass alles rosarot ist – sondern dass man selbst an grauen Tagen das Beste daraus macht.

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    17 min
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