Page de couverture de Maelstrom - Dissonante Diskurse

Maelstrom - Dissonante Diskurse

Maelstrom - Dissonante Diskurse

Auteur(s): André und Mark
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À propos de cet audio

Maelstrom – Dissonante Diskurse ist ein Gesprächspodcast von André und Mark über Philosophie, Gesellschaft, Psychologie und die Methoden dahinter. Das Prinzip Maelstrom heißt für uns: wir lassen uns in Themen hineinziehen, lassen uns im Sog treiben und assoziieren frei im Thema. Gleichzeitig stehen wir mit einem Fuß draußen, prüfen unsere Argumente und wagen uns dabei zurück zum Begriff. Das Prinzip lautet mal Chaos mit Struktur, mal Chaos als Struktur!André und Mark
Épisodes
  • 03 - Freie Assoziation I: Bis hierhin alles gut?
    Jan 30 2026

    In der dritten Episode machen André und Mark im freien Gesprächsmodus („Alles und Nichts“) eine Art Standortbestimmung: Was soll Maelstrom eigentlich sein, wie frei darf/ soll das Format werden – und kann „Freie Assoziation“ sogar als regelmäßige Rubrik funktionieren?

    Dabei erklären sie auch den Titel als Strudel-Metapher: ein Gespräch, das Alltagskram und Weltaufbau, Ontologie oder Politik unerwartet verbindet (nur idealerweise ohne völlig absurde Ableitungen).

    Dann folgt Selbstkritik zur ersten Folge: Unvorbereitetheit hat Charme, aber produziert Unschärfen – etwa wenn Kybernetik und Kybernetik 2. Ordnung vermischt werden, oder wenn „linke Kybernetik“ zu schnell verneint wird (Stichwort: Chile/Allende, kybernetisch gedachte Planungs- und Netzwerkideen; außerdem der kurze Abzweig in kuriosere linke Randbiotope).

    Von dort aus rutschen sie in die große Frage, ob moderne Digitalisierung/AI Planung und Verteilung heute prinzipiell realistischer machen könnte – bei gleichzeitig riesigen politischen Hürden (Weltsystem, Machtfragen, Demokratieabbau).

    Im zweiten großen Block wird es erkenntnis- und ideologiekritisch: Mark und André streifen Poststrukturalismus/Lacan/Žižek/Adorno und hängen sich an der Frage auf, wie sehr „Unverfügbarkeit“ (das Reale, der große Andere, das Nicht-Identische) zu einer klugen Grenze des Wissens wird – und ab wann sie als kulturelle Haltung in Zynismus kippt: „Man kann sowieso nichts glauben“ vs. „Ich glaube jeden Schund“. Das wird dann politisch zugespitzt (Trump als Widerspruchsmaschine; Putin-Propaganda als System, das Wahrheit so vernebelt, dass selbst Skeptiker:innen gelähmt werden) – plus die Sorge, dass KI/Bots/Fake News diesen Effekt noch verstärken.

    Schließlich landet ihr bei Gegenwartsdebatten (Woke/Anti-Woke, Merz’ „Stadtbild“-Rhetorik, Positionierungszwang, Diskursangst) und deutet den Backlash psychodynamisch: sozialer Druck und moralische Über-Ich-Mechanik erzeugen Frust, der später als „Befreiung“ regressiv entlädt (Marcuse: regressive Entsublimierung / repressive Toleranz als Denkwerkzeuge). Gleichzeitig wird betont: Rechte Politik bleibt Verantwortung rechter Akteure – Woke ist kein magischer Hauptschuldiger, sondern (wenn überhaupt) ein Katalysator in einem ohnehin brüchigen Feld.

    Nebenbei wird ein sehr konkreter Ausblick geboren: eine Folge, die am Text entlang arbeitet – etwa am Kommunistischen Manifest (Quellenkritik, literarische Qualität, Aktualität vs. Grobschlächtigkeit) – und eine kleine Abrechnung mit „15-Minuten-Zusammenfassungen“ à la Blinkist als Halbwissen-Maschine.

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    1 h et 31 min
  • 02 - Dialektik: Negation, aber richtig
    Jan 29 2026

    In Folge 2 dreht sich bei Maelstrom – Dissonante Diskurse alles um Dialektik: Was ist das überhaupt – Methode, Weltbewegung, oder beides zugleich?

    André und Mark tasten sich vom historischen Hintergrund (Antike/Aristoteles als Stichwort, dann vor allem Kant → Hegel → Marx → Adorno) zu den zentralen Motiven vor: Bewegung/Entwicklung, Negation und „Negation der Negation“, der Umschlag von Quantität in Qualität (Samen–Baum–Wald / Knospe–Blüte), sowie die Unterscheidung von Erscheinung und Wesen.

    Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Dialektik sich zu „klassischer“ Wissenschaft verhält: Während Naturwissenschaft über Empirie/Experimente arbeitet, ist Dialektik zunächst eine Denkbewegung – und zugleich gefährdet durch ihren Hang zu Teleologie (alles „muss“ auf ein Ziel hinauslaufen). Das wird politisch brisant: Hegels „Weltgeist zu Pferde“ (Napoleon) führt zur Debatte, wie leicht Fortschrittserzählungen Gewalt nachträglich vernünftig erscheinen lassen können – und wie der Faschismus diese Logik sprengt.

    Darum kommt Adorno als Wendepunkt: negative Dialektik, „das Ganze ist das Unwahre“, das Nicht-Identische als Rest, der sich nicht in Begriffe einfangen lässt. Von dort aus wird Dialektik als reflexive Methode greifbar: Geschichte verändert die Methode selbst (anders als beim kritischen Rationalismus).

    Praktisch wird das u. a. am Beispiel Arno Dübel/Bürgergeld-Hass gezeigt: das Einzelphänomen als Fenster in die gesellschaftliche Totalität (Leid an Arbeit, „zweite Natur“, Bullshit-Jobs).

    Am Ende landen wir überraschend bei Ethik: Dialektik löst Dilemmata (Trolley-Problem) nicht durch saubere Rechenregeln, sondern fragt nach den Bedingungen, die das Dilemma erzeugen – mit dem Ziel, Freiheit so zu denken, dass sie die eigene Unfreiheit erkennt.

    Und vor Allem: Haltet euch von Sekten fern.

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    1 h et 19 min
  • 01 - Die Abenteuer der Kybernetik
    Jan 28 2026

    In der Pilotfolge von „Maelstrom – Dissonante Diskurse“ tasten sich André und Mark an einen Begriff heran, der erstmal nach Ingenieurwesen klingt – und dann plötzlich mitten in Philosophie, Gesellschaft und Therapie landet: Kybernetik.

    Ausgangspunkt ist das klassische Thermostat-Beispiel (Regelkreis, Feedback, Selbstregulation) – und von dort geht’s weiter zur Kybernetik 2. Ordnung, wo der Beobachter nicht mehr außerhalb steht, sondern selbst Teil des Systems ist.

    Dabei verschränken sich mehrere Denkwelten: Systemtheorie und radikaler Konstruktivismus (bis hin zu Luhmanns „Kommunikation kommuniziert“), aber auch Dialektik als Gegenentwurf zum reinen „Status-quo-Beschreiben“. Mark bringt außerdem Gotthard Günther ins Spiel – als Versuch, dialektisches Denken und Kybernetik zusammenzudenken.

    Konkreter wird’s, als die beiden die Brücke zur systemischen Beratung/Therapie schlagen: Hypothesen statt Wahrheitsanspruch, „Irritation“ statt Deutung, zirkuläre Fragen und paradoxe Interventionen – plus die heikle Stelle, wo Systemdenken in die Versuchung gerät, Verantwortung zu verwischen (Victim-Blaming, Machtasymmetrien, „wenn alles Konstruktion ist, ist nichts falsch“).

    Skepsis ist hier nicht Dekoration, sondern Thema.

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    1 h et 7 min
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