In der dritten Episode machen André und Mark im freien Gesprächsmodus („Alles und Nichts“) eine Art Standortbestimmung: Was soll Maelstrom eigentlich sein, wie frei darf/ soll das Format werden – und kann „Freie Assoziation“ sogar als regelmäßige Rubrik funktionieren?
Dabei erklären sie auch den Titel als Strudel-Metapher: ein Gespräch, das Alltagskram und Weltaufbau, Ontologie oder Politik unerwartet verbindet (nur idealerweise ohne völlig absurde Ableitungen).
Dann folgt Selbstkritik zur ersten Folge: Unvorbereitetheit hat Charme, aber produziert Unschärfen – etwa wenn Kybernetik und Kybernetik 2. Ordnung vermischt werden, oder wenn „linke Kybernetik“ zu schnell verneint wird (Stichwort: Chile/Allende, kybernetisch gedachte Planungs- und Netzwerkideen; außerdem der kurze Abzweig in kuriosere linke Randbiotope).
Von dort aus rutschen sie in die große Frage, ob moderne Digitalisierung/AI Planung und Verteilung heute prinzipiell realistischer machen könnte – bei gleichzeitig riesigen politischen Hürden (Weltsystem, Machtfragen, Demokratieabbau).
Im zweiten großen Block wird es erkenntnis- und ideologiekritisch: Mark und André streifen Poststrukturalismus/Lacan/Žižek/Adorno und hängen sich an der Frage auf, wie sehr „Unverfügbarkeit“ (das Reale, der große Andere, das Nicht-Identische) zu einer klugen Grenze des Wissens wird – und ab wann sie als kulturelle Haltung in Zynismus kippt: „Man kann sowieso nichts glauben“ vs. „Ich glaube jeden Schund“. Das wird dann politisch zugespitzt (Trump als Widerspruchsmaschine; Putin-Propaganda als System, das Wahrheit so vernebelt, dass selbst Skeptiker:innen gelähmt werden) – plus die Sorge, dass KI/Bots/Fake News diesen Effekt noch verstärken.
Schließlich landet ihr bei Gegenwartsdebatten (Woke/Anti-Woke, Merz’ „Stadtbild“-Rhetorik, Positionierungszwang, Diskursangst) und deutet den Backlash psychodynamisch: sozialer Druck und moralische Über-Ich-Mechanik erzeugen Frust, der später als „Befreiung“ regressiv entlädt (Marcuse: regressive Entsublimierung / repressive Toleranz als Denkwerkzeuge). Gleichzeitig wird betont: Rechte Politik bleibt Verantwortung rechter Akteure – Woke ist kein magischer Hauptschuldiger, sondern (wenn überhaupt) ein Katalysator in einem ohnehin brüchigen Feld.
Nebenbei wird ein sehr konkreter Ausblick geboren: eine Folge, die am Text entlang arbeitet – etwa am Kommunistischen Manifest (Quellenkritik, literarische Qualität, Aktualität vs. Grobschlächtigkeit) – und eine kleine Abrechnung mit „15-Minuten-Zusammenfassungen“ à la Blinkist als Halbwissen-Maschine.